Einmalkosten im Maschinenbau: Konstruktion, Vorrichtung, erste Inbetriebnahme
Bei kleinen Losen und Einzelfertigung lassen sich Einmalkosten nicht dünn verteilen. Wie man erkennt, was einmalig ist, auf wie viele Stücke verteilt wird, und warum ein Angebot ohne sie zum Verlust führt.
In Branchen mit großen Stückzahlen werden Einmalkosten auf zehntausende Teile verteilt und sind dadurch so klein, dass sie niemanden interessieren. Im Maschinenbau wird derselbe Betrag durch eine kleine Zahl geteilt — und kann größer sein als das gesamte Material.
Hier rechnet diese Branche am häufigsten falsch, und der Fehler geht immer in dieselbe Richtung: **die echten Herstellkosten liegen über den gerechneten**.
Was ist einmalig
Einfache Probe: **muss ich das beim zweiten Stück noch einmal tun?** Wenn nein, ist es eine Einmalkost.
| Posten | Beim zweiten Stück erneut? | Ergebnis |
|---|---|---|
| Konstruktion, Zeichnungen | Nein | Einmalig |
| Sondervorrichtung | Nein | Einmalig |
| Fertigungsprogramm | Nein | Einmalig |
| Erste Inbetriebnahme zum Einstellen | Nein | Einmalig |
| Rohmaterial, Zukaufteile | Ja | Kosten je Stück |
| Montagearbeit | Ja | Kosten je Stück |
| Abnahme jeder einzelnen Maschine vor Auslieferung | Ja | Kosten je Stück |
Auf wie viele Stücke verteilen — die schwierigste Frage
Auf die Maschinen **dieses Auftrags** oder auf die Maschinen, die Sie künftig zu verkaufen **hoffen**? Beide Wege ergeben sehr verschiedene Zahlen, und beide haben ihre Berechtigung.
- Auf den aktuellen Auftrag verteilen — vorsichtig, höhere Herstellkosten, und Sie machen mit Einmalkosten nie Verlust. Sinnvoll, wenn die Maschine für einen einzelnen Kunden gebaut wird.
- Auf die erwartete Menge mehrerer Aufträge verteilen — niedrigere Herstellkosten, wettbewerbsfähiger, aber Sie wetten auf einen Auftrag, den es noch nicht gibt. Kommt der zweite nicht, haben Sie den nicht gedeckten Teil verloren.
Wann NICHT in die Herstellkosten umlegen
Zahlt der Kunde Konstruktion und Vorrichtung **gesondert** — im Sondermaschinenbau üblich — dann gehören diese Beträge nicht mehr zu den Herstellkosten des Erzeugnisses. Sie dort erneut zu erfassen wäre Doppelzählung.
Dann muss aber klar sein, wem die Vorrichtung gehört: gehört sie dem Kunden und darf er sie zu einem anderen Hersteller mitnehmen, dürfen Sie sie nicht auf spätere Aufträge umlegen.
Warum diese Stelle über Gewinn und Verlust entscheidet
In einer Branche mit kleinen Losen können Einmalkosten einen erheblichen Anteil der Herstellkosten ausmachen. Übergeht man sie, sieht die Kalkulation gut aus, das Angebot wirkt wettbewerbsfähig, und Sie gewinnen die Ausschreibung — zu einem Preis unter den echten Herstellkosten.
Das erklärt auch, warum manche Hersteller den Eindruck haben, «je mehr wir arbeiten, desto weniger Geld ist da», obwohl jeder Auftrag rechnerisch Gewinn ausweist: der ausgewiesene Gewinn bezieht sich auf die erfassten Kosten, und die nicht erfassten sind trotzdem mit echtem Geld zu bezahlen.
Wo zu verbessern ist, wenn die Einmalkosten groß sind
Zeigt die Kalkulation einen hohen Anteil an Einmalkosten, ist die Verbesserungsrichtung eine völlig andere als in der Großserie — nicht die Taktzeit verkürzen, sondern **die Einmalkosten wiederverwendbar machen**:
- Teile über die Maschinengenerationen hinweg vereinheitlichen, damit eine Zeichnung und eine Vorrichtung mehrere Aufträge bedienen.
- Universalvorrichtungen statt Sondervorrichtungen verwenden, wo die Toleranz es zulässt.
- Den wiederverwendbaren Teil der Konstruktion vom kundenspezifischen trennen und dem Kunden nur den kundenspezifischen berechnen.
Keine dieser drei Richtungen ist sichtbar, solange die Einmalkosten in den Stückkosten verrührt sind. Sie herauszulösen ist die Voraussetzung, um sie überhaupt zu sehen.
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