Zwischenreinigung und abgelaufene Ware: zwei Kosten, die nicht an der Menge hängen
Warum die Reinigungsarbeit eine Vorgangskost ist, wie man sie zusammen mit den Analysekosten erfasst, und warum abgelaufene Ware vom Fertigungsausschuss zu trennen ist.
Diese beiden Posten hängen nicht an der Menge, und beide werden in dieser Branche am häufigsten vergessen oder falsch eingeordnet. Es sind zugleich zwei Posten, deren Verbesserung meist außerhalb der Fertigung liegt — in Planung und Prognose.
Die Zwischenreinigung ist eine Vorgangskost
Das Reinigen der Anlage verbraucht Personal, Wasser, Chemie und Stillstandszeit — unabhängig davon, ob die eben gelaufene Charge groß oder klein war. Denselben Aufwand auf eine Charge von 100 kg oder auf eine von 2.000 kg zu verteilen ergibt zwei Zahlen im Verhältnis zwanzig zu eins.
Der Unterschied zu anderen Branchen: das ist eine Vorgabe der **Lebensmittelsicherheit**, keine technische. Sie lässt sich nicht durch geschickteres Arbeiten verkürzen, wenn Dauer und Vorgehen vorgeschrieben sind.
Wo erfassen: im Feld für **losfixe Kosten**. Zwei Felder — Kosten einer Reinigung und Zahl der Erzeugniseinheiten je Charge. Das System teilt und rundet die Zahl der Vorgänge **auf**, denn es gibt keine halbe Reinigung.
Chargengröße: hier ziehen zwei Kosten gegeneinander
Eine größere Charge senkt die Reinigungskosten je Einheit. Sie erhöht aber auch den Bestand, und bei Lebensmitteln hat der Bestand ein **Haltbarkeitsdatum**.
Die günstigste Chargengröße dieser Branche ist deshalb anders als in anderen: sie ist nach oben durch Haltbarkeit und Lagerumschlag begrenzt, nicht allein durch die Anlagenkapazität.
Auch die Analytik ist eine Vorgangskost
Eine Probe je Charge oder je Turnus, unabhängig von der Chargengröße. Mit demselben Mechanismus erfassen wie die Reinigung: Kosten je Vorgang und Einheiten je Charge.
Woher die Zahlen kommen: die Rechnung des Labors, und die tatsächliche Zahl der Chargen im Monat aus dem Chargenprotokoll.
Abgelaufene Ware: vom Fertigungsausschuss trennen
Abgelaufene Ware ist ein **fertiges und einwandfreies** Erzeugnis, das nicht rechtzeitig verkauft wurde. Ihr Wert sind die vollen Kosten eines Erzeugnisses zuzüglich der Kühllagerung für die gesamte Liegezeit.
Sie mit dem Fertigungsausschuss zusammenzufassen zerstört die Ursachenspur vollständig:
| Fertigungsausschuss | Abgelaufene Ware | |
|---|---|---|
| Ursache liegt in | Linie, Handhabung, Rohstoffeingang | Prognose, Chargengröße, Lagerumschlag |
| Wer kann es lösen | Fertigung und Technik | Planung und Vertrieb |
| Gemessen an | Prüfbuch in der Linie | Vernichtungsprotokoll |
Zusammengefasst stimmt die Summe weiterhin, aber der ganze Betrieb sucht den Fehler in der Linie — wo möglicherweise gar keiner ist.
Drei Verbesserungen, messbar mit genau diesen Zahlen
- Nach Produktgruppen planen, um die Zahl der gründlichen Reinigungen zu senken — gemessen an den Reinigungsvorgängen im Monat.
- Die Reinigungsdauer im zulässigen Rahmen verkürzen — gemessen am Reinigungsbuch, mit Freigabe der Qualitätssicherung.
- Abgelaufene Ware durch kleinere Chargen senken — aber die steigenden Reinigungskosten mit erfassen, denn beide ziehen gegeneinander.
Die erste wird gern übersehen, weil sie nicht in der Fertigung liegt, sondern in der Planung. Das Geld landet trotzdem in derselben Zeile der Kalkulation.
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