Kavitätenzahl: das eine leere Feld, das die Kalkulation um ein Vielfaches verfälscht
Warum das Feld Kavitätenzahl die Genauigkeit der ganzen Spritzgusskalkulation entscheidet, wie es für Maschinenzeit und Personal wirkt, und warum leer lassen gefährlicher ist als falsch eintragen.
In der Spritzgusskalkulation hat kein Feld so viel Kraft, Fehler zu erzeugen, wie die Kavitätenzahl. Sie verfälscht nicht ein bisschen — sie multipliziert den Fehler mit genau der Kavitätenzahl.
Wo es wirkt
Zwei zeitbasierte Positionen: Maschinenzeit und Personal. Beide verbrauchen Zeit für **einen Schuss**, aber ein Schuss liefert mehrere Teile — die Kosten je Teil müssen also durch die Kavitätenzahl geteilt werden.
Beim Material ist es umgekehrt: dort wird nicht so geteilt, sondern der ganze Schuss gewogen und dann geteilt — weil der Anguss zum ganzen Schuss gehört und nicht zu einem einzelnen Teil.
Leer ist gefährlicher als falsch
Eine falsch eingetragene Zahl fällt meist jemandem auf, weil das Endergebnis seltsam aussieht. Bleibt das Feld leer, nimmt das System **eine Kavität** an — und das Ergebnis ist wieder eine gültige Zahl, nur eben um die Kavitätenzahl zu groß.
Das ist der stille Fehlertyp: keine Warnung, kein Zeichen auf dem Bildschirm, und wer den Bericht liest, hat keine Möglichkeit, es zu bemerken. Deshalb sollte dieses Feld das erste sein, das man bei einem neuen Erzeugnis ausfüllt.
Selbsttest in einer Minute
Ausbringung einer Schicht geteilt durch die Schüsse derselben Schicht. Kommt dabei nicht ungefähr die eingetragene Kavitätenzahl heraus, ist eine der beiden Zahlen falsch. Die Schusszahl liefert der Zähler der Maschine oder die Rechnung aus Zyklus und Laufzeit.
Diese Probe deckt noch etwas anderes auf: liegt das Verhältnis deutlich unter der Kavitätenzahl, ist eine Kavität stillgelegt oder liefert dauerhaft Ausschuss — und das ist Geld, das abfließt, ohne in irgendeinem Buch zu stehen.
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