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Herstellkosten einer Schweißkonstruktion: gemessen in Nahtmetern, nicht in Stückzahl

Eine geschweißte Stahlkonstruktion über alle zehn Positionen aufgliedern. Der Unterschied zu allen anderen Branchen: die Leistung misst sich an der Nahtlänge, und der Schweißzusatz hängt daran.

Aktualisiert

Alle bisherigen Branchen haben eine «Taktzeit je Stück»: ein Schuss, ein Werkzeugdurchlauf, ein Stück je Linie. Beim Schweißen von Konstruktionen gibt es das nicht — zwei gleich schwere Konstruktionen können sich stark im Aufwand unterscheiden, wenn eine mehr Nähte hat.

Die Messgröße dieser Branche ist deshalb die **Nahtlänge**, und nahezu jede Kostenposition hängt daran.

Woher die Nahtlänge kommt

Drei Quellen, nach abnehmender Verlässlichkeit:

  1. Nahtverzeichnis in der Fertigungszeichnung — am genauesten, und wenn es die Zeichnung gibt, immer diese Quelle nehmen.
  2. Nachmessen an der fertigen Konstruktion — wenn die Zeichnung kein Nahtverzeichnis führt.
  3. Schätzen über Nahtzahl mal mittlere Nahtlänge — nur wenn es keinen anderen Weg gibt, und ausdrücklich als Schätzung kennzeichnen.
Die Quelle in den Nachweisteil schreiben. Eine aus der Zeichnung gemessene Kalkulation und eine im Kopf geschätzte sind zwei verschiedene Vertrauensstufen, und der Leser muss wissen, welche er vor sich hat.

Zehn Positionen in der Reihenfolge des Aufbaus

1. Material — Grundwerkstoff

Bleche, Profile, Rohre. Nach dem **für dieses Bauwerk ausgegebenen Stahlgewicht** rechnen, nicht nach dem Gewicht der fertigen Konstruktion — der Verschnitt beim Zuschnitt verschwindet nicht von der Rechnung.

Wenn Sie getrennte Zahlen haben, zwei Zeilen erfassen: eingebautes Gewicht und Verschnittgewicht. Wenn nicht, zusammengefasst erfassen und dazuschreiben, dass es zusammengefasst ist.

2. Material — Schweißzusatz

Eine Position, die es nur hier gibt, und sie hängt **nicht am Stahlgewicht**, sondern an Länge und Querschnitt der Nähte:

VerbrauchsmaterialBemessen nachWird oft zu niedrig erfasst, weil
Elektroden oder DrahtVerbrauch über die gesamte Nahtlängemeist in Rollen oder Gebinden gekauft, schwer auf ein Stück umzurechnen
SchutzgasVerbrauch während der Lichtbogenzeitin Flaschen gekauft, und eine Flasche bedient mehrere Aufträge
Stromdüsen, Gasdüsen, ElektrodenWechsel geteilt durch die Stücke zwischen zwei Wechselneinzeln billig, gilt deshalb als Kleinkram
Schutzgas hat einen eigenen Schlüssel im Stammdatensatz, und das System schlägt nach der gewählten Maschine vor: MIG-Anlagen und Schweißroboter bekommen Argon-CO₂-Gemische vorgeschlagen, WIG-Anlagen reines Argon. Reines CO₂ bleibt wählbar, wenn Sie es für unlegierten Stahl einsetzen — es steht nur nicht im Standardvorschlag.

Was das System nicht für Sie wissen kann, ist der **tatsächliche Verbrauch** — er hängt an der eingestellten Durchflussmenge, an der Nahtart und an den Gewohnheiten des Betriebs. Das ist die Zahl, die Sie messen müssen, und die Messmethode gehört in den Nachweisteil.

Einfache, ausreichende Umrechnung: den Verbrauch einer Periode durch die gesamte Nahtlänge derselben Periode teilen, das ergibt den Verbrauch je Meter, und diesen mit der Nahtlänge dieses Erzeugnisses multiplizieren. Für jede einzelne Nahtart ist das nicht exakt, aber es ist eine **gemessene** Zahl, und eine gemessene Zahl schlägt immer eine geratene.

3. Maschine

Lichtbogen-, MIG-, WIG-, Punkt- und Laserschweißanlagen, Schweißroboter — jede mit eigenem Stundensatz, und die Unterschiede sind groß.

Branchentypisch: **die Maschinenstunde ist nicht die Anwesenheitszeit des Schweißers**. Die reine Lichtbogenzeit ist meist nur ein Teil der Schichtzeit — der Rest ist Rüsten, Schlacke entfernen, Wenden, Prüfen. Nimmt man die ganze Schichtzeit als Maschinenzeit, verdünnt sich der Stundensatz und wird unvergleichbar.

Die Maschinenzeit nach **Lichtbogenzeit** erfassen, sofern messbar, und den Rest unter Personal. Wenn nicht messbar, zusammengefasst erfassen und dazuschreiben.

4. Personal

Diese Branche hat vier Arbeitsblöcke, und sie ersetzen einander nicht:

  • Zuschnitt und Kantenvorbereitung — vor dem Schweißen.
  • Ausrichten und Heften — entscheidet die Maßhaltigkeit und braucht meist mehr Zeit als das Schweißen selbst.
  • Schweißen — der einzige Teil, der direkt an der Nahtlänge hängt.
  • Reinigen nach dem Schweißen — Schlacke entfernen, schleifen, Nahtübergänge glätten.
Ist die gesamte Arbeitszeit deutlich größer als Nahtlänge mal Stundensatz, liegt das Geld nicht im Schweißen — es liegt im Ausrichten oder im Reinigen. Das ist eine wertvolle Erkenntnis, und sie zeigt sich nur, wenn Sie vier Zeilen erfassen statt einer.

5. Werkzeug

Trennscheiben, Schleifscheiben, Drahtbürsten, Bohrer. Nach den Stücken zwischen zwei Wechseln teilen, wie die Standzeit im Beitrag zur Zerspanung.

Eine Schweißvorrichtung für genau eine Konstruktion ist eine **Einmalkost** — siehe den Beitrag zu Einmalkosten im Maschinenbau, die Rechenweise ist dieselbe.

6. Ausschuss

Eine Schweißkonstruktion wird selten ganz verworfen — meist wird aufgetrennt und neu geschweißt. Der größte Teil der Fehler landet in dieser Branche also in der Nacharbeit und nicht im Ausschuss. Ist Ihr Ausschussfeld tatsächlich null, tragen Sie 0 ein und lassen es nicht leer.

7. Nacharbeit

Die schwerste Position dieser Branche, mit zwei klar getrennten Ursachen:

  • Nahtfehler — ausarbeiten, säubern, neu schweißen. Kostet Material und Arbeit, und danach erneut prüfen.
  • Maßabweichung durch Verzug — richten oder auftrennen und lagerichtig neu schweißen. Siehe den zweiten Beitrag.

Die beiden Ursachen führen zu völlig verschiedenen Verbesserungswegen, sie in einer Zeile zu führen verwischt die Spur.

8. Fremdbearbeitung

Strahlen, Feuerverzinken, Lackieren und **zerstörungsfreie Prüfung**, sofern extern vergeben. Nach dem Preis des Dienstleisters für das Los erfassen, geteilt durch die Stückzahl, Fracht hin und zurück dazu — Stahlkonstruktionen sind schwer, die Fracht ist nicht klein.

Die zerstörungsfreie Prüfung sollte eine eigene Zeile bekommen und nicht mit Lack und Verzinkung zusammenfallen, denn sie hängt an der Zahl der zu prüfenden Nähte — an derselben Größe, die diese ganze Kalkulation bestimmt.

9. Verpackung und Transport

Stahlkonstruktionen sind schwer und sperrig, der Lkw ist deshalb **voll, bevor der Platz ausgeht** — wie im Baustoffbereich und anders als im Möbelbau. Kosten je Fahrt und Stückzahl je Fahrt erfassen und die Entfernung dazuschreiben.

10. Fertigungsgemeinkosten

Strom ist hier eine ungewöhnlich große Position. Steckt der Strom bereits im Stundensatz der Schweißanlage, dann **nicht noch einmal** in den Gemeinkosten erfassen — das ist die häufigste Doppelzählung dieser Branche.

Drei häufige Fehler

  1. Die ganze Schichtzeit als Maschinenzeit ansetzen, wodurch der Stundensatz verdünnt und unvergleichbar wird.
  2. Schweißzusatz und Gas leer lassen, weil «in Gebinden gekauft und schwer aufzuteilen» — und das System liest 0.
  3. Strom doppelt erfassen: einmal im Maschinenstundensatz, einmal in den Gemeinkosten.

Verwandte Anleitungen

Herstellkosten einer Schweißkonstruktion: gemessen in Nahtmetern, nicht in Stückzahl | costdown.org