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Herstellkosten im Möbelbau: alle zehn Positionen in Fertigungsreihenfolge

Ein Möbelstück aus Holzwerkstoffen in der Reihenfolge der Fertigung aufgliedern: Platten und Aufteilplan, Kantenband, Beschläge nach Satz, Oberfläche, Verpackung und Fracht nach belegtem Raum.

Aktualisiert

Dieser Beitrag gliedert die Herstellkosten eines Möbelstücks aus Holzwerkstoffen in der Reihenfolge auf, in der es die Fertigung durchläuft, und deckt alle zehn Positionen ab. Er sagt nicht, welche Plattenstärke oder welchen Bohrerdurchmesser Sie wählen sollen — das hängt von Konstruktion und Maschinenpark ab.

Der Möbelbau hat drei Eigenheiten, die andere Branchen nicht haben, und alle drei sind Stellen, an denen Kalkulationen falsch werden: **Material wird nach Platte gerechnet, nicht nach Gewicht**, **Kantenband nach laufendem Meter**, und **die Fracht nach belegtem Raum** statt nach Gewicht.

Drei Dinge, in denen sich der Möbelbau deutlich unterscheidet

**Material wird als Platte gekauft, das Teil daraus geschnitten.** Eine Platte hat ein festes Maß. Die Plattenkosten eines Möbelstücks hängen davon ab, wie viele Teile Sie auf einer Platte unterbringen — also vom Aufteilplan, nicht von der Fläche der Teile.

**Kantenband rechnet nach laufendem Meter.** Es folgt nicht der Fläche, sondern der Gesamtlänge der sichtbaren Kanten. Zwei flächengleiche Teile können sehr unterschiedlich viel Kantenband brauchen.

**Sperriges Gut.** Ein Schrank ist leicht, belegt aber viel Raum; die Kosten einer Fahrt entscheidet das Volumen, nicht das Gewicht. Genau hier unterscheidet sich der Möbelbau von der Metallfertigung.

Die Prozesskette

  1. Platten und Beschläge ins Lager — Platten prüfen, Farbe zwischen den Chargen beschichteter Platten prüfen.
  2. Aufteilplan für den gesamten Auftrag erstellen — entscheidet den größten Teil der Materialkosten.
  3. Platten zuschneiden.
  4. Kanten anleimen.
  5. Verbinderlöcher bohren, Nuten fräsen, Bänder bohren.
  6. Oberfläche lackieren oder behandeln, falls vorhanden — meist der längste Schritt.
  7. Probemontage, Maße und Passung prüfen.
  8. Zerlegen, flach verpacken oder komplett verpacken.
  9. Ausliefern und beim Kunden montieren, falls im Auftrag enthalten.

Schritt 2 entscheidet das meiste Geld und kostet die wenigste Zeit. Die Schritte 7 und 9 fallen häufig aus der Kalkulation, weil sie an keiner Maschine stattfinden.

Zehn Positionen in der Reihenfolge der Fertigung

1. Material — Platten, Kantenband, Beschläge

Drei Gruppen mit drei verschiedenen Einheiten, und ihre Vermischung ist die häufigste Fehlerquelle:

GruppeEinheitUmrechnung auf ein Stück
Platten (MDF, HDF, Leimholz, beschichtet)Platteverbrauchte Platten je Auftrag geteilt durch gelieferte Stücke
Kantenbandlaufender MeterGesamtlänge der zu bekantenden Kanten plus Anleimverlust
Beschläge (Bänder, Auszüge, Griffe, Schrauben, Dübel)Satz oder Stückan einem Muster abzählen
Leim, Lack, Schleifmittelkg oder Litertatsächlicher Verbrauch geteilt durch die Stückzahl

Woher die Zahlen kommen: die Plattenzahl aus dem Materialschein genau dieses Auftrags, nicht aus der Fläche der Teile abgeleitet. Beschläge direkt an einem Muster abzählen — so werden auch Dinge erfasst, die in keiner Zeichnung stehen, etwa Wandbefestigungen oder Holzdübel.

Beidseitig und einseitig beschichtete Platten sind preislich verschiedene Werkstoffe. Steht in Ihrer Tabelle nur eine Zeile «MDF», werden beide vermischt und die Zahl liegt irgendwo dazwischen — falsch für beide.

2. Maschine

Plattenaufteilsäge, Kantenanleimmaschine, Bohrautomat, CNC-Bearbeitungszentrum falls vorhanden, Lackierkabine. Zu rechnen wie in jeder Branche: Abschreibung oder Miete, Instandhaltung, Strom, Druckluft, Absaugung, Stellfläche — geteilt durch die Stunden mit tatsächlicher Produktion.

Branchentypischer Fehler: die **zentrale Absaugung** arbeitet für den ganzen Betrieb, nicht für eine einzelne Maschine. Sie gehört in die Fertigungsgemeinkosten und nicht in den Stundensatz einer bestimmten Maschine.

3. Personal

Maschinenbedienung, Kantenanleimen, Bohren und Beschlagmontage, Schleifen, Lackieren, Probemontage und Verpacken. Der Möbelbau hat einen hohen Handarbeitsanteil, eine vergessene Handtätigkeit ist also viel vergessenes Geld.

Schleifen und Probemontage werden am häufigsten übersehen — sie haben keine eigene Maschine und tauchen deshalb in keinem Maschinenbericht auf.

4. Werkzeug

Sägeblätter, Bohrer, Fräser, Schleifmittel, Schleifscheiben, Kantenleim falls getrennt gerechnet. In die Kalkulation geht der verschlissene Anteil: Preis geteilt durch die Stücke bis zum Wechsel oder Nachschliff.

Woher die Zahl kommt: das Ausgabebuch für Sägeblätter und Bohrer. Melaminbeschichtete Platten stumpfen Schneiden schneller ab als unbeschichtete, bei mehreren Plattenarten sollte die Standzeit also getrennt gemessen werden.

5. Ausschuss

Falsch zugeschnittene Teile, ausgebrochene Kanten, unrettbar zerkratzte Oberflächen, versetzt gebohrte Teile. Der Wert je Ausschussteil ist die bis zum Ausfall aufgelaufene Kostensumme.

Die Spanne ist in dieser Branche groß: ein falsch geschnittenes Teil kostet nur den Plattenanteil, eine nach dem Lackieren zerkratzte Front hat Platte, Kantenband, Bohrarbeit und die gesamten Lackkosten verbraucht.

6. Nacharbeit

Lack ausbessern, gelöstes Kantenband neu anleimen, versetzte Bohrungen füllen und neu bohren, leichte Kratzer nachschleifen. Das Stück geht nicht verloren, kostet aber eine weitere Runde — und im Möbelbau enthält diese Runde meist auch Trockenzeit.

Die Trockenzeit beim Ausbessern kostet keine Arbeitszeit, belegt aber Fläche im Betrieb und verzögert das ganze Los. Ist die Stellfläche für trocknende Teile in Ihrem Betrieb knapp, dann ist sie ein echter Engpass, und erst dort bringt eine Verbesserung Geld.

7. Fremdbearbeitung

Externe Lackierung, Folienbeschichtung, Biegen, CNC-Formteile, Verzinken oder Pulverbeschichten von Metallgestellen bei Mischkonstruktionen. Rechnungsbetrag nehmen und auf ein Stück umrechnen.

Branchentypischer Fehler: Möbel sind sperrig, die beiden Transportstrecken zum Dienstleister sind deshalb deutlich teurer als bei Kleinteilen. Nicht überspringen, nur weil er «gleich um die Ecke» ist.

8. Verpackung

Kartons, Eckenschutz, PE-Folie, Feuchteschutzpapier, Klebeband und Kanthölzer bei Verschlägen. Im Möbelbau hat die Verpackung einen erheblichen Anteil, weil die Erzeugnisse groß und stoßempfindlich sind.

Preis der ganzen Verpackungseinheit und die Zahl der Stücke darin eintragen, das Teilen übernimmt das System. Ein Karton für eine Front ergibt eins, eine Folienrolle für viele Stücke muss geteilt werden.

9. Transport

Diese Position unterscheidet den Möbelbau am deutlichsten und hat einen eigenen Beitrag, weil sie es wert ist. Kernpunkt: die Kosten einer Fahrt entscheidet der **belegte Laderaum**, also ist die Stückzahl je Fahrt die maßgebliche Größe, nicht das Gewicht.

Enthält der Auftrag die Montage beim Kunden, gehören Montagearbeit und Anfahrt zum Erzeugnis. Es sind keine Vertriebskosten.

10. Fertigungsgemeinkosten

Gebäudeabschreibung, Pacht, Beleuchtung, **zentrale Absaugung**, Lüftung der Lackierkabine, Löhne von Meister und Technik, Materiallager, Brandschutz.

Möbelbetriebe brauchen meist viel Fläche für trocknende und für versandbereite Ware, der Flächenanteil der Gemeinkosten ist deshalb größer als gefühlt. Fragen Sie die Buchhaltung nach dem **verrechneten** Anteil.

Diese Position wird monatlich eingetragen und nicht mit der Menge multipliziert — die Buchhaltung hat sie bereits verrechnet.

Wie Costdown rechnet

Sie füllen zwei Spalten für dieselben zehn Positionen aus: IST und NACH DER VERBESSERUNG. Das System summiert jede Spalte zu Monatskosten, bildet die Differenz als monatliche Einsparung und teilt die Investition durch diesen Betrag.

Ein Feld leer zu lassen ist nicht dasselbe wie eine 0. Leer wird als 0 addiert und meldet damit eine zu hohe Einsparung.

Nachweis aus vorhandenen Aufzeichnungen

  • Materialscheine für Platten und Beschläge — Abgleich mit dem erfassten Verbrauch.
  • Aufteilplan des Auftrags — direkte Quelle für Plattenzahl und Ausnutzung.
  • Schichtbuch — Gutteile, Nacharbeit, Ausschuss je Arbeitsgang.
  • Ausgabebuch für Sägeblätter und Bohrer.
  • Lieferscheine — tatsächlich je Fahrt transportierte Stückzahl.
  • Monatliche Gegenzeichnung durch den Meister.

Zehn Punkte zum Prüfen vor dem Veröffentlichen

  1. Stammt die Plattenzahl aus dem Materialschein oder ist sie aus der Teilefläche abgeleitet?
  2. Sind ein- und beidseitig beschichtete Platten in einer Zeile zusammengefasst?
  3. Ist das Kantenband nach laufendem Meter oder nach Fläche gerechnet?
  4. Sind die Beschläge an einem Muster vollständig abgezählt, auch Schrauben und Dübel?
  5. Sind Schleifen und Probemontage als Arbeitszeit enthalten?
  6. Steckt die Absaugung im Stundensatz einer einzelnen Maschine?
  7. Ist der Ausschuss nach aufgelaufenen Kosten oder nur nach Plattenpreis bewertet?
  8. Ist die Fracht nach der Stückzahl je Fahrt gerechnet?
  9. Gibt es Montage beim Kunden? Sind Arbeit und Anfahrt enthalten?
  10. Ist die Spalte «nach der Verbesserung» vollständig? Leere Felder zählen als 0.

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