Baukosten im Hochbau kalkulieren: 10 Kostenarten in Bauablauf-Reihenfolge
Baukosten im Hochbau entlang des Bauablaufs aufschlüsseln: Material, Baugeräte, Lohn, Verschnitt, Verbrauchsmaterial, Nachunternehmer, Nacharbeit, Schutz, Transport und Baustellengemeinkosten – umgerechnet je m².
Ein Frästeil wird tausendfach gleich gefertigt, ein Gebäude nie zweimal. Deshalb zuerst eine wiederholbare Bezugseinheit wählen: m² Bruttogrundfläche, laufender Meter (Wände, Leitungen) oder m² Ausbaufläche – und alle zehn Kostenarten auf genau diese Einheit umrechnen.
Bauablauf
- Vermessung, Baufeldfreimachung
- Gründung (Aushub, Pfähle, Fundamente, Abdichtung)
- Rohbau (Schalung, Bewehrung, Betonage)
- Hülle und Dach
- Haustechnik (Elektro, Sanitär, Lüftung – vor dem Putz)
- Ausbau (Putz, Anstrich, Fliesen, Decken, Türen/Fenster)
- Abnahme und Übergabe (Reinigung, Mängelbeseitigung, Dokumentation)
Schritte 1, 5 und 7 fallen am häufigsten aus der Kalkulation, weil sie nicht direkt in Beton- oder Stahlmengen auftauchen.
Die zehn Kostenarten
1. Material – mehrere Einheiten in einer Kostenart
Zement in Sack oder Tonne, Kies in m³, Betonstahl in kg, Ziegel in Stück, Farbe in Liter, Rohre in Meter. Nicht auf eine Einheit zwingen, sondern je Material die tatsächliche Entnahmemenge durch die Fläche bzw. Länge des Gewerks teilen. Mengen aus dem Materialschein nehmen, nicht aus dem Plan – der Plan enthält keinen Verschnitt.
2. Baugeräte – meist gemietet
Mischer, Bagger, Turmdrehkran werden oft tage- oder monatsweise gemietet. Eigene Geräte: Anschaffungswert und Nutzungsdauer. Mietgeräte: Mietsatz und Einsatztage, Anschaffungswert leer lassen – beides auszufüllen zählt doppelt.
3. Lohn – Stundenlohn und Akkord auf dieselbe Einheit
Stundenlohn: Lohnsumme der Kolonne durch die im gleichen Zeitraum erbrachte Menge. Akkord: der Akkordsatz ist bereits die gesuchte Zahl. Hilfsarbeiten wie Materialtransport in die Geschosse nicht vergessen.
4. Materialverlust und Verschnitt
Bruch, Verschütten, Reste – je Material eigene Quote, denn Stahl und Kies gehen völlig unterschiedlich verloren. Die Quote aus der Differenz zwischen Entnahme und Planmenge ableiten, nicht schätzen.
5. Verbrauchsmaterial und Schalung
Trennscheiben, Bohrer, Elektroden. Schalung durch die tatsächliche Anzahl Einsätze teilen – dasselbe Prinzip wie Werkzeug nach Standzeit.
6. Nachunternehmer
Elektro, Sanitär, Abdichtung, Aufzug. Auftragssumme auf dieselbe Einheit umrechnen. Eigene Bauleitung und Abnahmen sind nicht im NU-Preis enthalten und gehören in den Lohn.
7. Nacharbeit
Rückbau wegen Maßabweichung, Nachputzen, Leckagen nach Übergabe. Getrennt vom Verschnitt erfassen – eine hohe Nacharbeitsquote zeigt auf Führung oder Ausführung, nicht auf das Material.
8. Schutzmaßnahmen – klein, aber nicht weglassen
Ein Gebäude wird nicht verpackt. Übrig bleiben Schutzfolien, Staubschutz und der Schutz hochwertiger Ausbaustoffe wie Naturstein, Glas oder Sanitärobjekte.
9. Transport und Vertikaltransport
Fracht zur Baustelle plus Kran- oder Aufzugskosten in die Geschosse. Letztere stehen auf keiner Materialrechnung und werden bei hohen Gebäuden am häufigsten unterschätzt.
10. Baustellengemeinkosten
Container, Baustrom und -wasser, Bewachung, Bauleitung. Den Betrag nehmen, den die Buchhaltung dem Gewerk bereits zugeordnet hat, nicht selbst gleichmäßig verteilen – nochmals mit der Menge multipliziert wäre doppelt gezählt.
Vorhandene Nachweise
- Materialentnahmescheine
- Bautagebuch (Stunden, Geräteeinsatz)
- Abnahmeprotokolle (Nacharbeit, Stellen)
- NU- und Mietverträge, Rechnungen
Verwandte Anleitungen
- Die zehn Herstellkosten-Kategorien in Produktionsreihenfolge
Die zehn Kostenkategorien, die Costdown zur Kalkulation eines Produkts verwendet — Material, Maschinen, Personal, Werkzeug, Ausschuss, Nacharbeit, Fremdbearbeitung, Verpackung, Logistik, Gemeinkosten — mit Formel und Beispiel für jede.
- Tiefbau kalkulieren (Straße, Brücke, Kanal): Erdbau und Bodenentsorgung
Tiefbauprojekte nutzen dieselben zehn Kostenarten wie der Hochbau, aber mit anderer Gewichtung: Erdmassen, Fremdprüfungen und Bodenabfuhr werden zu Hauptkosten.
Wie es weitergeht
Jetzt, wo Sie es gelesen haben: Am schnellsten sehen Sie Ihre eigenen Zahlen, indem Sie sie eintippen. Kein Konto, nichts wird gespeichert.
Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen →Und wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass Sie das längst gemacht haben: Lassen Sie es hier, dann bleibt dem Nächsten Ihr Weg erspart.
Einen Fall veröffentlichen →