Kosten in Fischerei und Aquakultur: zwei völlig verschiedene Strukturen
Die Fangfischerei rechnet mit Treibstoff je Fangreise, die Aquakultur mit Futterverwertung und Verlusten je Phase – das Prinzip der Tierhaltung.
Fischerei ist nicht eine Branche, sondern zwei Kostenstrukturen: **Fangfischerei** und **Aquakultur**. Zuerst klären, welche. Einheit ist 1 kg Fang oder Ernte.
Zwei Abläufe
Fang: Reisevorbereitung (Treibstoff, Eis, Proviant) → Fang → Kühlung an Bord → Anlandung, Sortierung → Vermarktung.
Aquakultur: Teich-/Netzgehegevorbereitung → Besatz → Fütterung nach Phase → Abfischung → Verarbeitung, Lagerung → Transport.
Zwei Besonderheiten
1. Fangfischerei – Treibstoff ist der größte Posten
Fisch wird nicht gekauft, Materialkosten sind nahe null. Treibstoff einer Reise durch den Fang derselben Reise teilen – wie bei den Reisekosten der Seefracht.
2. Aquakultur – Futterquotient und Verluste je Phase
Ähnlich der Tierhaltung: Futter über den Futterquotienten, Verluste je Wachstumsphase. Unter Wasser lässt sich der Bestand aber kaum beobachten – genaue Zahlen gibt es meist erst bei Abfischung oder Zählung.
Weitere Kostenarten
Gerät (Kutter – meist Eigentum; Belüfter, Pumpen), Lohn (Besatzung je Reise, Personal je Schicht), Verbrauchsmaterial (Netze, Fanggeschirr, Eis), Fremdleistung (Wasser- und Fischgesundheitsanalysen), Verpackung (Styroporkisten, Eis), Transport (Kühlfahrzeuge), Gemeinkosten (Gewässerpacht, Hafengebühren, Fanglizenzen).
Nachweise
- Fischereilogbuch (Treibstoff, Fang)
- Fütterungs- und Abfischungsprotokolle
- Wasser- und Fischgesundheitsbefunde
- Pachtvertrag oder Fanglizenz
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