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Produktionskosten im Ackerbau: Nachernteverluste statt Ausschuss

Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz durch die tatsächliche Erntemenge statt durch die Anbaufläche teilen; Nachernteverluste treten in einer Kette auf, Pacht ist eine eigene Gemeinkostenzeile.

Aktualisiert

Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz gehen je Kultur auf den ganzen Schlag, der Ertrag steht erst nach der Ernte fest – anders als ein Bauteil, dessen Kosten jeder Maschinenzyklus liefert.

Einheit ist **1 kg (oder dt, t) tatsächlich geerntete Menge**. Kosten je Hektar sind kein Geld, das in verkaufbarer Ware steckt – am Ende immer durch den Ertrag teilen.

Arbeitsablauf

  1. Bodenbearbeitung
  2. Aussaat (Saatgut, Grunddüngung)
  3. Pflege (Düngung, Bewässerung, Pflanzenschutz)
  4. Ernte
  5. Trocknung, Reinigung, Sortierung
  6. Lagerung
  7. Vermarktung und Transport

Zwei Besonderheiten

1. Betriebsmittel durch den tatsächlichen Ertrag teilen

Summe der Betriebsmittel der Kultur durch die tatsächliche Erntemenge. In schwachen Jahren wird nicht weniger eingesetzt – je Hektar gerechnet verschwindet der Anstieg der Kosten je Kilogramm.

2. Nachernteverluste – eine Kette

Ernteverluste, Schimmel bei der Trocknung, Lagerverderb, Druckstellen beim Transport. Je Stelle getrennt erfassen und multiplizieren, nicht eine Pauschale „Feld bis Lager“ – sonst bleibt unklar, wo sich Verbesserung lohnt. Dasselbe Prinzip wie die Ausbeutekette in der Lebensmittelverarbeitung.

Weitere Kostenarten

Gerät (Schlepper, Mähdrescher – oft Lohnunternehmer oder Miete: Satz mal Fläche, Anschaffungswert leer), Lohn, Verbrauchsmaterial (Schare, Messer), Fremdleistung (Trocknung, Kühllager, Drohnen-Pflanzenschutz), Nacharbeit (Umsortierung in niedrigere Qualität), Verpackung (Säcke, Kisten), Transport (Feld→Lager→Abnehmer), Gemeinkosten (**Pacht** – je Kultur schwankende eigene Zeile).

Nachweise

  • Ackerschlagkartei
  • Wiegescheine der Ernte
  • Pacht- und Lohnunternehmerverträge
  • Verlusterfassung je Stelle

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