Produktionskosten im Ackerbau: Nachernteverluste statt Ausschuss
Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz durch die tatsächliche Erntemenge statt durch die Anbaufläche teilen; Nachernteverluste treten in einer Kette auf, Pacht ist eine eigene Gemeinkostenzeile.
Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz gehen je Kultur auf den ganzen Schlag, der Ertrag steht erst nach der Ernte fest – anders als ein Bauteil, dessen Kosten jeder Maschinenzyklus liefert.
Einheit ist **1 kg (oder dt, t) tatsächlich geerntete Menge**. Kosten je Hektar sind kein Geld, das in verkaufbarer Ware steckt – am Ende immer durch den Ertrag teilen.
Arbeitsablauf
- Bodenbearbeitung
- Aussaat (Saatgut, Grunddüngung)
- Pflege (Düngung, Bewässerung, Pflanzenschutz)
- Ernte
- Trocknung, Reinigung, Sortierung
- Lagerung
- Vermarktung und Transport
Zwei Besonderheiten
1. Betriebsmittel durch den tatsächlichen Ertrag teilen
Summe der Betriebsmittel der Kultur durch die tatsächliche Erntemenge. In schwachen Jahren wird nicht weniger eingesetzt – je Hektar gerechnet verschwindet der Anstieg der Kosten je Kilogramm.
2. Nachernteverluste – eine Kette
Ernteverluste, Schimmel bei der Trocknung, Lagerverderb, Druckstellen beim Transport. Je Stelle getrennt erfassen und multiplizieren, nicht eine Pauschale „Feld bis Lager“ – sonst bleibt unklar, wo sich Verbesserung lohnt. Dasselbe Prinzip wie die Ausbeutekette in der Lebensmittelverarbeitung.
Weitere Kostenarten
Gerät (Schlepper, Mähdrescher – oft Lohnunternehmer oder Miete: Satz mal Fläche, Anschaffungswert leer), Lohn, Verbrauchsmaterial (Schare, Messer), Fremdleistung (Trocknung, Kühllager, Drohnen-Pflanzenschutz), Nacharbeit (Umsortierung in niedrigere Qualität), Verpackung (Säcke, Kisten), Transport (Feld→Lager→Abnehmer), Gemeinkosten (**Pacht** – je Kultur schwankende eigene Zeile).
Nachweise
- Ackerschlagkartei
- Wiegescheine der Ernte
- Pacht- und Lohnunternehmerverträge
- Verlusterfassung je Stelle
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